(Dresden, 14. August 2026). Die TUDAG TU Dresden Aktiengesellschaft beteiligt sich an dem im Jahr 2025 gegründeten Dresdner Diagnostikunternehmen Diamics GmbH. Das Spin-off der TU Dresden und des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus entwickelt ein miniaturisiertes Diagnostiksystem, das mehrere bislang laborgebundene Analyseschritte in einem kompakten Gerät vereint. Molekulare Diagnostik soll damit künftig direkt vor Ort möglich werden – schnell, präzise und ohne aufwendige Laborinfrastruktur. Die Beteiligung der TUDAG gemeinsam mit Privatinvestoren und der Sächsischen Beteiligungsgesellschaft mbH (SBG) im Juli 2026 folgt auf die bereits abgeschlossene Pre-Seed-Finanzierungsrunde, mit der Diamics den Ausbau seines Teams, den Transfer seiner Schutzrechte und die Weiterentwicklung der Technologie vorantreibt.
Labor für die Hosentasche: Laborgenauigkeit trifft auf einfache Anwendung
Das Ziel von Diamics ist es, die Genauigkeit etablierter Laborverfahren mit der einfachen Anwendung eines Schnelltests zu verbinden. Erste Anwendungen entwickelt das Unternehmen für die Diagnose von Laktoseintoleranz sowie für den schnellen Nachweis häufig vorkommender sexuell übertragbarer Infektionen. „Künftig soll beispielsweise ein Wangenabstrich ausreichen, um innerhalb von rund 45 Minuten eine zuverlässige Diagnose einer Laktoseintoleranz zu ermöglichen. Für sexuell übertragbare Infektionen entwickeln wir einen molekularen Heimtest, der häufige Erreger innerhalb von etwa 30 Minuten nachweisen soll“, erklärt Johannes Paul, Gründer und Geschäftsführer von Diamics.
TUDAG-Entrepreneurship: Wissenschaft und Unternehmertum verbinden
Mit ihrem Unternehmensbereich „Entrepreneurship“ begleitet die TUDAG wissenschaftsbasierte Ausgründungen von der ersten Idee bis zur Entwicklung eines wirtschaftlich tragfähigen Unternehmens. Dabei verbindet sie zwei zentrale Erfolgsfaktoren: unternehmerische Infrastruktur und finanzielles Engagement. Mit ihren Core Services unterstützt sie Ausgründungen bei zentralen Unternehmensaufgaben wie IT, HR, Accounting und Team Office und schafft damit Freiräume für die technologische Entwicklung. Als Investor und strategische Partnerin beteiligt sich die TUDAG darüber hinaus auch finanziell an ausgewählten Ausgründungen und begleitet deren Entwicklung mit unternehmerischem Interesse.
„Unser Anspruch ist es, unternehmerisches Handeln und Technologietransfer miteinander zu verbinden. Wir wollen wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen entwickeln und zugleich dazu beitragen, dass wissenschaftliche Technologien ihren Weg in die Anwendung finden und damit Wirkung in Gesellschaft und Wirtschaft entfalten. Mit unserem Ansatz schaffen wir dafür die unternehmerischen Voraussetzungen“, betont Udo Werner, Vorstand für Finanzen und Beteiligungsmanagement bei der TUDAG.
„Gerade in der frühen Phase brauchen Forscherteams, die bislang vor allem im Labor gearbeitet haben und nun den Schritt in die freie Wirtschaft gehen, Partner mit fundierten Kenntnissen aus ‚beiden Welten‘. Diamics ist beispielhaft für eine technologieorientierte Ausgründung mit echtem Potenzial und Mehrwert für das Gesundheitssystem. Mit ihrem ‚Labor für die Hosentasche‘ hat das Unternehmen eine vielversprechende Technologie entwickelt, die molekulare Diagnostik unabhängiger von klassischen Laborstrukturen machen kann. Wenn sehr zuverlässige Tests künftig direkt und zuverlässig dort durchgeführt werden können, wo sie benötigt werden, schafft das nicht nur einen niedrigschwelligen Zugang zu Diagnostik, sondern bietet auch die Chance, Abläufe im Gesundheitssystem zu vereinfachen und dieses an geeigneten Stellen zu entlasten.“
Von der Forschung über exciteLab zur Ausgründung
Die technologischen Grundlagen von Diamics entstanden während der Corona-Pandemie. Das Unternehmen verbindet die Expertise des Instituts für Halbleiter- und Mikrosystemtechnik der TU Dresden unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Andreas Richter mit dem Institut für Klinische Chemie und Labormedizin des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden um Dr. Markus Friedemann sowie Prof. Dr. Mario Menschikowski. Ergänzt wird das Gründerteam durch den erfahrenen Unternehmer Konrad Herre.
Auf dem Weg von der Forschung zur Unternehmensgründung durchlief das Team zunächst die TUD Excite Summer School und anschließend den ersten Batch des exciteLab. Der Accelerator unterstützte das Team dabei, die technologische Idee zu schärfen, das Geschäftsmodell zu entwickeln und die Voraussetzungen für eine Unternehmensgründung zu schaffen.
„Bei Diamics hat sich sehr gut gezeigt, was ein Accelerator im Umfeld wissenschaftlicher Ausgründungen leisten kann: Das Team brachte eine hochinteressante Technologie aus der Forschung mit. Im exciteLab konnte daraus Schritt für Schritt ein tragfähiges Gründungsvorhaben entstehen“, sagt Alexander Türpe, Geschäftsführer des exciteLab. „Dass Diamics unter anderem mit professionellen Partnern wie der TUDAG den nächsten Entwicklungsschritt als Unternehmen gehen kann, ist für uns ein schönes Beispiel dafür, wie Transfer und Entrepreneurship ineinandergreifen können und sich die richtigen Partner aufgrund eines gut ausgebauten Netzwerks finden.“
Darüber hinaus wurde die Entwicklung von Diamics durch Förderinstrumente des Freistaats Sachsen und der Sächsischen Aufbaubank unterstützt. Mit der Beteiligung der TUDAG folgt nun der nächste Schritt auf dem Weg zur Marktreife und zum weiteren Unternehmensaufbau. Neben der TUDAG investiert auch die SBG im Rahmen des Finanzierungsprogramms Startup Lab Sachsen. Im vergangenen Jahr gehörte das Gründerteam von Diamics zu den Gewinnern im Rahmen des Wettbewerbs „StartupLab: BioInnovate“.
Für Johannes Paul zeigt sich der Mehrwert des TUDAG-Netzwerks nicht nur in der Finanzierung: „Wir sind über Prof. Richter mit der TUDAG in Kontakt gekommen und haben schnell gemerkt, dass echtes Interesse an unserer Technologie und ihrem Potenzial besteht. Gerade für uns als Gründer, die aus der Forschung kommen und am Anfang noch nicht mit den Mechanismen des Marktes vertraut sind, ist es wertvoll, einen Partner an der Seite zu haben, der beides versteht: die Technologie und die unternehmerische Perspektive. Deshalb finden wir neben der Beteiligung die Core Services der TUDAG im Bereich IT, HR und Accounting sehr spannend. Sie nehmen uns gerade in der Aufbauphase Aufgaben ab, für die wir sonst eigene Strukturen schaffen müssten.“